Sonntag, 21. Dezember 2014

Teebeutel-Adventskalender - Beutel No. 21


Die Geschichte vom Lebkuchenmann
                                       
                                                             Englisches Märchen

Es war einmal eine kleine alte Frau und ein kleiner alter Mann, die in einem kleinen alten Haus lebten. Eines Tages entschied sich die kleine alte Frau einen Lebkuchenmann zu backen. Sie bereitete einen Teig vor und gab Eier, Mehl, Zucker und Honig in eine Schüssel. Dann kamen noch die wohl duftenden Gewürze hinzu: Anis, Ingwer, Kardamon, Koriander, Muskatblüten, Nelken, Piment und Zimt.    
Das alles verrührte sie zu einem Teig, ließ ihn ein wenig rasten und dann rollte sie den Teig aus und schnitt einen Lebkuchenmann daraus. Sie schob ihn in den Ofen und wartete eine Weile. Plötzlich rumpelte und pumpelte es in dem Ofen und sie öffnete die Ofentür. Da sprang der Lebkuchenmann heraus und lief durch die Vordertür hinaus in den Garten. 

Dabei rief er:
"Renn, renn, so schnell wie du kannst!
Du kannst mich nicht fangen,
ich bin der Lebkuchenmann!"

Die kleine alte Frau lief ihm hinterher, aber sie konnte ihn nicht fangen. 
Im Garten stand der kleine alte Mann. Er arbeitete gerade im Gemüsebeet, da sah er den Lebkuchenmann laufen und dahinter die kleine alte Frau. Der Lebkuchenmann aber rief ihm zu:

"Renn, renn, so schnell wie du kannst!
Du kannst mich nicht fangen,
ich bin der Pfefferkuchenmann!"

Der kleine alte Mann ließ alles fallen und rannte auch hinter dem Lebkuchenmann hinterher.Der kleine alte Mann und die kleine Frau liefen so schnell sie nur konnten, doch sie konnten den Lebkuchenmann nicht fangen. 

Da kamen sie an einer Kuhweide vorbei. Dort stand eine braune Kuh die gerade saftiges Gras fraß. Sie sah den kleinen Lebkuchenmann kommen, dahinter den kleinen Mann und hinter ihm die kleine Frau und dachte sich: „Hmm, das ist aber ein leckerer Lebkuchenmann, der könnte mir gut schmecken!“

Der Lebkuchenmann aber lief vorbei an der Kuh auf der Weide und rief:
"Renn, renn, so schnell wie du kannst!
Du kannst mich nicht fangen,
ich bin der Lebkuchenmann!"

Die Kuh lief so schnell sie konnte hinterher, hinter ihr der kleine Mann und hinter ihm die kleine Frau, aber sie konnten den Lebkuchenmann nicht fangen. 

Als nächstes kamen sie an einem Schaf vorbei. Auch das Schaf sah den Lebkuchenmann und dachte sich: „Hmm, so ein leckerer Lebkuchen, der könnte mir jetzt gut schmecken.“

Aber der lief einfach am  Schaf vorbei und rief:
"Renn, renn, so schnell wie du kannst!
Du kannst mich nicht fangen,
ich bin der Lebkuchenmann!"

Sie kamen an einen Wald und dort trafen sie auf eine Katze. Sie streunte gerade herum, auf der Suche nach einer Maus und ihr Hunger war schon recht groß. Der Lebkuchenmann rief ihr aber schon aus der Ferne zu:
"Renn, renn, so schnell wie du kannst!
Du kannst mich nicht fangen,
ich bin der Lebkuchenmann!"

Das ließ sich die Katze nicht zweimal sagen und jagte dem Lebkuchenmann hinterher. Ihr dicht auf den Fersen die hungrige braune Kuh, der kleine alte Mann und dahinter noch die kleine alte Frau.

Bald kamen sie an einen Fluss, und dort hauste der listige Fuchs.
Der sah das lustige Treiben schon von weitem und dachte sich: „Das kann doch nicht so schwer sei, diesen kleinen Tollpatsch zu fangen.“ Und er hatte auch schon eine Idee.

Der Lebkuchenmann aber rief ihm zu:
"Renn, renn, so schnell wie du kannst!
Du kannst mich nicht fangen,
ich bin der Lebkuchenmann!
Ich bin vor einer kleinen alten Frau,
einem kleinen alten Mann,
einer Kuh, einem Schaf
und einer flinken Katze davongelaufen,
und ich kann auch vor dir davonlaufen!"

Der schlaue Fuchs lachte und sagte: "Wenn du den Fluss nicht schnell überquerst wirst du sicher gefangen. Spring auf meinem Schwanz und ich trage dich hinüber." 
Der Lebkuchenmann sah, dass er keine Zeit zu verlieren hatte. Er hüpfte schnell auf den Schwanz des Fuchses.
"Das Wasser ist sehr tief", sagte der Fuchs, "klettre auf meinen Rücken damit du nicht nass wirst!" So tat der Lebkuchenmann auch dies. 
"Oh", sagte der Fuchs, "das Wasser wird noch tiefer! Klettre auf meinem Kopf hinauf, so dass du nicht nass wirst!"
Und so tat der Lebkuchenmann, was der Fuchs ihm riet. 
"Es wird zu tief!", schrie der Fuchs. "Steig auf meine Nase, damit du nicht nass wirst!"

Und so tat der Lebkuchenmann auch dies... 
Dann schubste der Fuchs den Lebkuchenmann mit einem leichten Schlag seines Kopfes direkt in seinen Mund und schnappte zu. 
...und das war das Ende des Lebkuchenmannes!

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